Bewegt und bewegend: „Ehrenamt im Fokus“: Ministerin Petra Köpping besuchte Engagement-Zentrum

08.10.26

Ministerin Köpping beim Vortrag im Engagement-Zentrum

Besondere Gäste empfing jetzt das Engagement-Zentrum der Diakonie Leipziger Land. Dazu gehörten Petra Köpping, die sächsische Ministerin für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt, Vertreter der Engagementstiftung Sachsen und der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt sowie von Stadt- und Landkreisverwaltung. „Wir freuen uns über die Wertschätzung und Unterstützung unseres Engagement-Zentrums“, sagte Diakonie-Geschäftsführer Harald Bieling. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Ehrenamt im Fokus“. 

Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Ehrenamt im Fokus“. Los ging es mit einer kurzen Vorstellung der beeindruckenden Arbeit des Engagement-Zentrums, das Selbsthilfe und Ehrenamt fördert.

Seit fast 20 Jahren, trotz Mulde-Hochwasser und Coronavirus-Pandemie, mit wenig Geld, aber enormem Einsatz. Das kleine Team berät rund 100 Einrichtungen, pflegt eine Engagement-Datenbank, stemmt daneben mehr als 300 persönliche Beratungen, Außenstellen und eigene Projekte mit insgesamt an die 600 Kontakten pro Jahr und vieles mehr. Wie gut diese Arbeit wirkt, konnte danach sehr anschaulich besichtigt werden. Im benachbarten Bürgertreff waren Tische aufgestellt für den Austausch von Gästen und Freiwilligen. In Speed-Dating-Manier kam ordentlich Bewegung in die Veranstaltung. Das Eis war schnell gebrochen, so dass der Raum bald von Stimmengewirr, Gelächter und bewegenden Geschichten erfüllt war.

Ministerin Petra Köpping beim Besuch des Engagement-Zentrums im Gespräch

Gisela Weiser etwa berichtete von einer türkischen Familie, die sie bei den ersten Schritten mit der deutschen Sprache unterstützte. Stolz haben sie ihr neulich ein Foto des Studienausweises des Sohnes geschickt mit den Worten: „Das haben wir auch Ihrer Hilfe zu verdanken.“ Oder die junge Frau in Elternzeit, die das Engagement-Zentrum an eine blinde Mutter vermitteln will, wodurch ein schönes Tandem entstehen kann, das gemeinsam spazieren geht und Krabbelkreise besucht. Und dann ist da noch Edeltraut Lorenz vom Schwerhörigenbund Borna, wo ein junger Migrant in der Selbsthilfegruppe Rollstühle schiebt und beim Umzug der Gruppe anpackt, die ihm im Gegenzug mit viel Freude auf beiden Seiten „Mensch, ärgere dich nicht“ beibringt. Alle sind sich einig: Es ist gut, das Engagement-Zentrum mit seinem Knowhow, seiner Unterstützung und seinen Räumen im Rücken zu haben.

Natürlich kam an den Tischen auch zur Sprache, wo der Schuh drückt. Dazu gehören zum Beispiel die Schwierigkeit, im Ehrenamt eine Fahrtkostenerstattung zu bekommen oder die Finanzierung des Engagement-Zentrums, die nach wie vor auf wackligen Füßen steht. Thema waren auch die Probleme des jungen Venezolaners Eduardo: Im Rahmen des Besuchs- und Begleitdienstes betreut er Ute Töpler, die ihm wiederum bei der Jobsuche hilft und dabei mit Bürokratie sowie Vorurteilen kämpft – obwohl der junge Mann hervorragend integriert ist. Vielleicht gibt es demnächst Hilfe von höherer Stelle, denn Ministerin Petra Köpping notierte seine Kontaktdaten. Auch andere Anliegen nahm sie gern auf, konnte jedoch angesichts sich leerender Kassen natürlich nicht zu viel versprechen. Die Gäste konnten allerdings einmal mehr sehr eindrücklich erleben: Ehrenamt ist ein Segen und es braucht Strukturen, die dies unterstützen. Und so stand am Schluss ein ganz großes Dankeschön für alles Engagement.