Pädagogische Arbeit, die nachhaltig wirkt: Früherer Teilnehmer der WaldWerkStatt+ kommt als angehender Erzieher zurück
09.04.26

Lyam hat eine eigene Wohnung, lässt sich zum Erzieher ausbilden und absolviert derzeit ein Praktikum in der WaldWerkstatt+ (WWS+). Das klingt ziemlich normal, ist aber tatsächlich etwas ganz Besonderes. Denn Lyam ist vor zehn Jahren im Jugendberufshilfeprojekt der Diakonie Leipziger Land schon einmal ein- und ausgegangen. Damals musste er wegen psychischer Probleme die Schule abbrechen und war an einem Tiefpunkt angelangt.
Das Jobcenter empfahl ihm daraufhin die WWS+, ein Projekt für junge Menschen ohne Lehrstelle, Schulabschluss und Arbeitsplatz. „Das war ein guter Startpunkt, um wieder Strukturen und Perspektiven zu entwickeln“, sagt er und lobt die pädagogische Betreuung.
„Hier bekommt man einen Vertrauensvorschuss, dem man gerecht werden will und zieht einfach hinterher.“ Etwas zu tun haben, am Ende das Tages auf ein Ergebnis schauen, Sinn erleben und sich nützlich fühlen – dass es ihm damit besser geht, hat er damals hier begriffen. Es folgten diverse Jobs und Therapien und inzwischen ist er so stabil, dass er seine Ausbildung durchzieht und für den jüngeren Bruder da sein kann.
Für sein Praktikum hat der junge Mann bewusst die WWS+ ausgewählt. Auch wenn sich optisch manches verändert hat – die Projekträume wurden ein ganzes Stück vergrößert – spürte er hier sofort wieder diese Grundannahme und dieses Vertrauen. Vor zehn Jahren hat ihn die WWS+ aufgefangen. Heute arbeitet er sozusagen auf der anderen Seite des Schreibtischs und gibt gern etwas zurück, wenn er die Jugendlichen im hauswirtschaftlichen Zweig beim Kochen, Backen, Nähen und Gärtnern begleitet.
Das Team hat ihn nur zu gern als Praktikanten willkommen geheißen. „Von einigen Jugendlichen hören wir leider nichts mehr, andere hingegen halten auch nach vielen Jahren noch Kontakt. Aber dass ein Ehemaliger als Praktikant zurückkehrt, ist eine „Premiere“. Und eine schöne dazu“, sagt Nicole Kaufmann, Sozialpädagogin und Praxisanleiterin in der WWS+. Es tue einfach gut zu spüren, dass die Arbeit „so nachhaltig wirkt.“



