Wärme und Herzlichkeit für Generationen: Ev. Kindergarten „Grünes Tal“ Pegau feiert in vieler Hinsicht Jubiläum
04.02.26

Im „Grünen Tal“ schloss sich neulich ein Kreis. Am 1. Februar 2001 hatte der evangelische Kindergarten mit einer kleinen Gruppe von neun Mädchen und Jungen erstmals seine Pforten geöffnet. Heute geht eins der damaligen Premiere-Kinder, inzwischen Familienvater, im „Grünen Tal“ erneut ein und aus. Und zwar Richard Landgraf, dessen kleine Tochter Mathilda am 1. Februar – exakt 25 Jahre nach dem Beginn seiner Kita-Zeit und dem Startschuss des Kindergartens – genau hier mit der Eingewöhnung begann.
Leiterin Maria Mönch rührt diese Fügung zu Tränen. „Es ist so schön zu erleben, wenn aus den Mädchen und Jungen von damals wunderbare Erwachsene geworden sind.“
Für Richard Landgraf ist das „Grüne Tal“ ein gutes Stück Kindheitserinnerung, dessen Wärme und Herzlichkeit auch heute noch spürbar sind. „Schon beim Reinkommen fühlt man sich wohl.“ Das wünscht er sich genauso für seine Tochter, weshalb die Familie, die außerhalb von Pegau wohnt, ein paar Kilometer mehr Weg zum Kindergarten gern in Kauf nimmt. „Es war keine Frage, dass Mathilda ins ‚Grüne Tal‘ geht“, erzählt er. Auch optisch fühlt es sich ein bisschen an wie damals. Garderoben, Vogelnest-Schaukel, Kletterseil und selbst die Pinnwände sind ihm noch gut vertraut.
Nichtsdestotrotz hat sich enorm viel entwickelt. Maria Mönch schlägt ein Fotoalbum auf, das die Anfänge des Geländes zeigt: nicht viel mehr als eine Wiese mit einem alten Holunder. Gemeinsam mit den Eltern hat das Team in langen Arbeitseinsätzen das „Grüne Tal“ buchstäblich zum Blühen gebracht. Da wurden Sandkästen ausgehoben, Schaukeln aufgebaut, Bäume gepflanzt oder Klettertunnel gegraben. Immer mit dabei der kleine Richard, sein Papa und dessen Traktor, mit dem sogar Findlinge herangekarrt wurden. „Die Baueinsätze waren Highlights“, erinnert er sich.

Maria Mönch hatte mitbekommen, wie ihre Mutter als Erzieherin in der DDR unter den Vorgaben des Staates litt. Diese und andere Erfahrungen ließen in ihr bereits im Alter von 16 Jahren die Vision reifen, in der Region einen evangelischen Kindergarten mit aufzubauen. In Zwenkau sah sie schließlich mit eigenen Augen, dass dies möglich war. „Ich erinnere mich noch gut an das alte Gebäude und den Kachelofen – nicht nur der sorgte für so viel Wärme“, erzählt sie. „Ich war begeistert und wusste: So einen Kindergarten muss es auch hier geben!“ Und dann packte die Vision auch andere: Zum Beispiel die junge Pfarrersfamilie von Michael Bauer sowie weitere Gemeindeglieder, die Unterschriften sammelten. Und so wurde das „Baby“ geboren, dass sich dank guter Pflege, viel Herzblut und dem Segen Gottes prächtig entwickelt hat.
25 Jahre und einen Anbau später besuchen 46 Mädchen und Jungen das „Grüne Tal“. Zwischenzeitlich gab es Wartelisten mit rund 80 Kindern und einen Wechsel in die Trägerschaft der Diakonie. Ihr Jubiläum feiert die Einrichtung am 1. Juni. Unter dem Motto „Alles jubelt, alles singt“ wird es diverse Angebote wie Instrumentebau, Tanz und „etwas Schönes“ zu essen geben, kündigt Maria Mönch an. Und natürlich eine Andacht in der Kirche, in der Raum sein soll für viel Dankbarkeit.

