Ankommen und wohlfühlen in einem offenen Haus: „Come In“ weiht neuen Eingangsbereich mit Segnung ein

26.09.19

Wer das „Come In“ betritt, kommt neuerdings nicht an der Bibel vorbei, genauer gesagt, an Versen aus dem Buch der Bücher. „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst“ oder „Lebt als Kinder des Lichts“, heißt es da zum Beispiel in großen, bunten Lettern. Der Eingangsbereich des Grimmaer Kinder- und Jugendhauses der Diakonie wurde jetzt neu gestaltet und von Pfarrer Markus Wendland gesegnet. Die Idee dazu reife bereits seit einem Jahr in ihm, erzählt „Come In“-Leiter Stefan Kosiek. Im September 2018 hatte er von der Stellungnahme der Evangelischen Jugendarbeit Sachsens zu Zuwanderung, Populismus und anderen brisanten Themen  gehört. „Wir wollten uns unbedingt auch positionieren“, sagt Stefan Kosiek, „es ist uns wichtig, klar Flagge zu zeigen, welcher Geist hier weht, welche Werte wir leben und dass wir ein offenes Haus sind“.

Come In-Leiter mit Pinsel und Palette beim Gestalten einer Wand des Jugendhauses

Also startete er einen Workshop im Rahmen des vom Landkreis unterstützten Projekts „Du bist ein Schmuckstück 2.0“. Gemeinsam mit der Jungen Gemeinde hat er passende Bibelverse, Schriftarten und -größen sowie Farben ausgewählt. Die ersten Sprüche sind nun angebracht. Wenn alle Verse an der Wand sind, kommen dann noch Bilder, Hand- und Fußabdrücke dazu. Stefan Kosiek schwebt vor, den ganzen Aufgang bis nach oben unters Dach so zu gestalten.

„Gott segne die Arbeit und das Zusammenleben in diesem Haus“, sagte Markus Wendland bei der Eröffnung. „Er schenke Mut und Kraft, aber auch immer wieder neue Ideen, die Nächstenliebe hier lebendig werden zu lassen.“ Gern zur Einweihung gekommen war auch Tobias Jahn, der heute Geistlicher Leiter der Diakonie Leipziger Land ist, vormals selbst acht Jahre im „Come In“ gewirkt hat und von dessen wechselvoller Geschichte erzählte. Das Haus – früher Zuhause auf Zeit für Wanderarbeiter, in der DDR eine Näherei der Jugendmode und seit der Wende Jugendzentrum – sei schon immer ein „Haus im Wandel“ und eine Herberge gewesen. Veränderlich sei auch der Ruf des „Come In“, das eine Zeitlang als Treff für Rechte, später für Linke galt. Heute ziehe es viele Migranten an. „Was bleibt, ist die Basis der Diakonie“, so Tobias Jahn. „Hier können Menschen ankommen und sich willkommen fühlen.“ Glaube, Liebe und Hoffnung – siehe Wandbeschriftung – seien ein gutes Fundament für die Arbeit in diesem Haus.