Gemeinsam kochen und gärtnern tut gut: Wohngruppe des „Marie-Louise-Heims“ Grimma legte Hochbeet an

09.09.2020

Auf einem knappen dreiviertel Quadratmeter kann tatsächlich ein kleines Gartenparadies entstehen. Sonnenblumen, Tomaten, Gurken, Paprika, Zwiebeln, Zucchini und Kräuter – dies und mehr ist im Sommer auf dem neuen Hochbeet neben dem Diakonie-Gebäude am Grimmaer Bockenberg gewachsen. Angelegt hat es die Außenwohngruppe der Sozialtherapeutischen Wohnstätte „Marie-Louise-Heim“. „Weil wir viel gemeinsam kochen, wollten wir gern frische Kräuter und Gemüse anbauen“, sagt Bewohnerin Lisa Thieme. Also setzten sie, ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter sowie das Betreuungsteam alle Hebel in Bewegung. Mit der Leipziger Firma „Nie mehr streichen“ von Thomas Reinold fand sich ein Sponsor für ihr Beet aus recyceltem Kunststoff. Für dessen Aufbau wurde Rasen abgetragen und der Boden begradigt.

Drei Bewohner stehen beim Gärtnern am Hochbeet

Das passierte just an dem Tag, als Felix Klien in die Außenwohngruppe zog. „Ich hatte meine Sachen ausgepackt, stand am Fenster und habe mich ziemlich gelangweilt“, erzählt er. „Also bin ich runtergegangen und habe gefragt, ob ich mithelfen kann.“ Der junge Mann, der mit seiner Ausbildung im Bereich Garten- und Landschaftsbau nochmal neu durchstarten will, hat definitiv einen grünen Daumen und lebt beim Gärtnern richtig auf.

Auch den anderen tut es gut, die Pflege zu organisieren und eine Aufgabe zu haben, für die man obendrein an der frischen Luft und in Bewegung ist. Und das Beste: Mit dem Beet haben sie jetzt praktisch vor der Haustür eine gesunde, stets frische, leckere, ökologische und preiswerte Quelle. „Da weiß man einfach, was man hat“, sagt Lisa Thieme.  Die Pflänzchen haben sie entweder gekauft oder – zum Beispiel die Paprika – selbst gezogen. Sehr praktisch: Oben im Haus gibt es eine Veranda, in der durch die vielen Glasscheiben fast schon Gewächshaus-Klima herrscht. Dort entsteht gerade eine kleine Mango- und Avocado-Zucht. An Nachschub für den Kochtopf mangelt es also nicht. Und das ist gut so, denn in der Außenwohngruppe wird leidenschaftlich gemeinsam in der Küche gewerkelt. Und das macht bekanntlich viel mehr Spaß, als wenn jeder buchstäblich sein Süppchen für sich kocht.

Jetzt stehen nur noch Heidekraut und Minikoniferen auf ihrem Beet, denn sie haben es bereits gerodet und herbstfest gemacht. Die Winterpause nutzen sie, um am Ausbau ihres Gartenprojekts zu arbeiten: Sie wollen ein Gewächshaus anschaffen und haben bereits Kostenvoranschläge eingeholt.