Hilfe von der Moldau an die Mulde: Deutschsprachige Gemeinde Prag schickt Mundschutzmasken

07.05.2020

Bei der Diakonie Leipziger Land kam kürzlich ein Paket aus Tschechien an. Es enthielt eine Lieferung mit gespendeten Mund-Nasen-Schutzmasken. „Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung, die wir jetzt sogar über Grenzen hinweg erleben“, freut sich Kathrin Beyer, die bei der Diakonie den Fachbereich Altenhilfe leitet. Wie kamen die Masken aus Prag an der Moldau nach Grimma an die Mulde?

Blick auf Prag

Am Anfang der Kette aus freundschaftlichen Kontakten und tatkräftiger Hilfe zwischen Pfarrern, Kirchgemeinden und Diakonie steht ein Krankenhaus in Tschechien. Dieses ist selbst gut mit Mund-Nasen-Schutz versorgt und wollte die überzähligen Exemplare gern mit jemandem teilen, der sie dringender benötigt. Dessen Anfrage erreichte auch den ehemaligen Ökumene-Referenten Gerhard Frey-Reininghaus. Er ist Mitglied der deutschsprachigen Gemeinde in Prag, wo Elisabeth Veronika Förster-Blume Pfarrerin ist. Im Muldental ist sie noch gut bekannt,  war sie doch bis 2014 Pfarrerin in Borsdorf, Stellvertreterin des damaligen Superintendenten Matthias Weismann und als solche mit der Diakonie gut verbunden. Elisabeth Veronika Förster-Blume war gerade in ihrer früheren Heimat auf Besuch, als ihr Telefon klingelte und Gerhard Frey-Reininghaus sie fragte, ob sie nicht eine passende diakonische Einrichtung kennt. Nach nur wenigen Stunden hatte sie mit der Diakonie Leipziger Land eine Adresse gefunden.

Sicher hätte es auch in Tschechien eine Verwendung für die bunten Schätze gegeben, aber die Christen wollten mit ihrer Spende ein Signal senden. „Viele Menschen hier erleben es als sehr unangenehm, dass im Rahmen der Schutzmaßnahmen die Grenzen geschlossen wurden. So, als müsste jedes Land alleine mit dem Virus fertigwerden. Und diese Spende sollte ein kleines Zeichen dafür sein, dass wir auch in dieser schwierigen Situation über die Ländergrenzen hinausdenken. Und weil wir in der Kirche schon viel Unterstützung aus Deutschland bekommen haben, ist es wichtig, dass diese Hilfe auch von Tschechien nach Deutschland gehen kann“, sagt Gerhard Frey-Reininghaus. „Die Spende ist eines von vielen Zeichen dafür, dass wir über alle Grenzen durch unseren Glauben an Jesus Christus verbunden sind, auch ganz praktisch.“ Die deutschsprachige Gemeinde Prag, die sowohl zur Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder als auch eine von über 100 Auslandsgemeinden der Evangelischen Kirche Deutschlands ist, verstehe sich als „Bindeglied“, betont auch Elisabeth Veronika Förster-Blume.

Deren Kontaktanbahnung habe hier in ihrer ehemaligen Wirkungsstätte für viel Freude gesorgt, sagt Kathrin Beyer. Inzwischen hat sie einen Teil der Mundschutze bereits verteilt: z. B. an Wohnstätten, Kindergärten und Altenpflegeheime, wo viele Mitarbeiter gute Verwendung für die tschechischen Unikate haben.