Von Polen nach Schottland über Meltewitz und Machern: Pilgerweg für Klimagerechtigkeit führte auch durch den Landkreis Leipzig

02.09.2021

Vom polnischen Zielona Góra nach Glasgow sind es mehr als 1450 Kilometer. Diese beeindruckende Strecke legen Engagierte auf dem ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit derzeit zu Fuß zurück. Nach 77 Tagesetappen wollen sie Schottland erreichen, wo am 27. Oktober die Weltklima-Konferenz stattfinden wird. Auf ihrer Tour unter dem Motto „Geht doch!“ machten sie neulich auch in Meltewitz Station. Pfarrer Christoph Krebs betet um den Segen und dann setzen sich die Pilgerinnen und Pilger in Bewegung.

Gruppe beim Pilgerweg für Klimagerechtigkeit

Aufmerksamkeit für Klima und Umwelt, zentrale Forderungen an die Politik nach einer Mobilitäts-, Agrar- und Ernährungswende, aber auch Gespräche vor Ort über Dinge, die jeder Einzelne tun kann und was die Menschen in der Stadt sowie auf dem Land dazu brauchen – das sind laut Christian Seidel zentrale Ziele des Wegs. „Unsere Enkel sollen uns nicht wie die Nachkommen der Kriegsgeneration fragen müssen, was wir eigentlich damals gemacht haben“, so Seidel weiter. Gefragt nach den drei wichtigsten Dingen für den Rucksack, nennt der erfahrene Klima-Pilger Trinkflasche, Blasenpflaster und Ladegerät. Sein Tipp für alle Neuen: Sortiere Deinen Rucksack so oft aus, bis er (mit leerer Trinkflasche) nicht über 10 kg wiegt.“ Der Potsdamer führt eine bunte, interessante Pilgergruppe an, deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland, Schweden und der Schweiz kommen. Neun laufen die gesamten 1450 Kilometer mit, dazu kommen immer wieder Tagesgäste.

Nächstes Ziel nach Meltewitz ist Machern. Manuela Kolster, Referentin für Umwelt und ländliche Entwicklung an der Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis, begleitet die Tagesetappe als Ortskundige, kommt mit den Menschen ins Gespräch und erzählt von ihrer Arbeit. „Mit einfachen Mitteln und kleinen Schritten möchte ich in den Kirchgemeinden für das große Anliegen werben, das wohl derzeit durch die täglichen Nachrichten von Hochwasser, Waldbränden und Stürmen bei allen präsent ist“, erklärt die Frau, die neben ihrer Arbeit in Kohren-Sahlis auch als Ansprechstelle für Umweltfragen in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen fungiert. Gebäude-Isolierung und Stromverbrauch etwa seien wichtige Themen, aber auch Anregungen wie ein Workshop zur Wachstuch-Herstellung zur Müllvermeidung, den sie neuerdings anbietet. Stück für Stück zum großen Ziel: Dafür stehen für sie der Pilgerweg ebenso wie das Ringen um mehr Klimagerechtigkeit und Umweltschutz – auch mehr als 1000 Kilometer von Glasgow entfernt.

https://www.klimapilgern.de/