„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ (1. Korinther 16, 14)

Liebe Mitglieder, sehr geehrte Unterstützerinnen und Unterstützer, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

oben stehende neue Jahreslosung klingt herausfordernd. Dass Liebe unser Handeln leiten soll, ist ein allgemein bekanntes christliches Prinzip und nicht wirklich etwas Neues. Aufhorchen lässt allerdings, dass sie die Grundlage für alles sein soll. „Alles“ heißt schlicht und ergreifend: ohne Ausnahme, voll und ganz, bei allen unseren Entscheidungen, Gesprächen und Begegnungen, in der Familie, bei der Arbeit oder in der Gesellschaft.

Junge hilft Mädchen beim Schuhanziehen

Bei dieser Liebe geht es nicht um Schmetterlinge im Bauch. Das griechische Wort „Agape“ steht für eine selbstlose, hingebungsvolle Einstellung, für eine bedingungslose Annahme. Sich stets von dieser Liebe leiten lassen, heißt nicht, ohne Profil und Haltung durchs Leben zu gehen. Aber auch, wenn wir jemanden kritisieren, unseren Standpunkt deutlich machen und Klartext reden, soll Liebe unsere Richtschnur sein.

Wenn wir auf die Nachrichten schauen, wird schnell klar, wie meilenweit entfernt unsere Welt von diesem Maßstab oft ist. Wie wäre es, wenn wir, anstatt darüber zu klagen, in unserer eigenen „Welt“ und unserem Alltag anfangen und alles, was wir tun, in Liebe geschehen lassen. In der Bibelübersetzung „Hoffnung für alle“ lautet die Jahreslosung: „Bei allem was ihr tut, lasst euch von Liebe leiten“. Vielleicht genügt es schon, wenn wir uns fürs Erste vornehmen, die Liebe nicht aus dem Blick zu verlieren, großzügig und wertschätzend miteinander umzugehen, unser Gegenüber so anzunehmen, wie es ist – auch wenn dieses so ganz anders erscheint. Das wäre ein guter Anfang, der viel bewirken kann.

Der Apostel Paulus hat seinen Appell in der Mitte des ersten Jahrhunderts n. Chr. an die christliche Gemeinde in Korinth gerichtet. Mit der Verknüpfung von Liebe und Tun hat er damit schon vor fast 2000 Jahren ein Grundprinzip der Diakonie von heute auf den Punkt gebracht: Alles was ihr tut, geschehe in (Nächsten-)Liebe. Zeigt den Menschen ganz praktisch, wie sehr Gott sie liebt und wie wertvoll sie für ihn sind! Liebe, die aus dem Herz kommt und in Hände und Füße geht, ist mehr als ein „frommer Wunsch“ oder ein edles Ideal. Sie setzt Menschen in Bewegung, sie bringt Gott, sein Licht und seine Zuversicht in unsere oft dunkle und kalte Welt.

Gott, von dem nicht nur Liebe kommt, sondern der Liebe IST, hat uns dies selbst vorgemacht. Zu Weihnachten feiern wir die handelnde Liebe Gottes: Der erhabene, große Gott macht sich klein und wird als Mensch in einem schmutzigen Stall geboren. Er zeigt uns damit, dass er uns unendlich liebt. Ich wünsche Ihnen, dass Sie dies zum Christfest ganz persönlich entdecken und erleben können.

Lassen Sie uns auch im neuen Jahr gemäß unserem Motto „Hilfe geben, Hoffnung leben“ und alles was, wir tun, in Liebe geschehen. Dafür wünsche ich uns Gottes reichen Segen!

Ihr Harald Bieling, Geschäftsführer

Grußwort Geschäftsführer Diakonie Leipziger Land