Hollywood an der Wiprechtsburg: Groitzscher Mädchen erlebten Abenteuer beim Filmdreh

22.07.19

Eine echte Klappe haben sie nicht, aber Johanna weiß sich zu helfen. Die Klappe ist sie einfach selbst: „Szene 5, Take 7 und Action“, ruft sie und dann geht es los. Celina steht an der Kamera, Jamie-Lee bedient den Ton und die anderen schauspielern, bis Johanna „Cut!“ ruft. Die Mädchen erlebten jetzt in Groitzsch eine ganz besondere Ferienwoche: Sie drehten einen Kurzfilm. Möglich wurde das im Rahmen des Projekts „Film ab!“ der Neuland-Sommerwerkstatt. Dahinter stehen die Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen e.V. (LKJ), die damit Jugendbeteiligung und kreative Ideen für die Region unterstützen will. Partner ist das Jugendbüro Groitzsch-Pegau der Diakonie Leipziger Land.

2 Mädchen und ein Kameramann beim Filmen

„Voll cool ist dieser Filmdreh und echt ein Abenteuer“, sagt Jamie-Lee. Von der Idee übers Filmen und Schneiden bis zur Aufführung haben sie ihren Film selbst gemacht. Los ging es mit einer Kurzeinweisung in Technik, Licht, Ton, Regie und einem Besuch im MDR-Studio. Dann haben sie ihr Drehbuch mit dem Titel „Die Neue und die Clique“ geschrieben – eine Geschichte von Ausgrenzung, Streit, Freundschaft, Versöhnung und Dazugehören. „Das ist ein ständiges Thema bei Jugendlichen“, hat Katrin Ritter vom Jugendbüro erlebt. Die Mädchen merken schnell: Film drehen ist richtig anstrengend. Hinter einer winzigen Sequenz stecken viel Arbeit und Gehirnschmalz. Wer kommt ins Bild und aus welcher Richtung, müssen wir ranzoomen und ist das Licht optimal – dies und mehr ist zu klären. Manche sind zurückhaltend vor der Kamera, andere blühen dabei auf. „Seid mal richtig zickig im Film“, ermuntern sich die Schauspielerinnen gegenseitig.

Die Wiprechtsburg ist eine schöne Kulisse, aber die Sonne brennt erbarmungslos auf die jungen Kreativen. Celina will am liebsten nach Hause in ihren Pool. Pausen im Schatten mit viel Wasser und Nervennahrung müssen sein. Dazu gibt es Ermutigung von Matthias Zielfeld. Der freischaffende Künstler hilft ein bisschen mit der Technik und erklärt, wie man eine Szene trotz Stolpern retten kann und warum schnelle Schnitte wichtig sind. Ansonsten aber lässt er die Jugendlichen machen, die sich konzentrieren, am Ball bleiben und im Team arbeiten müssen. Und sie halten durch, denn das Ergebnis soll sich sehen lassen. Zur Präsentation in der Stadtmühle wollen sie alle kommen: Eltern, Omas, Freunde, Bekannte und Hortnerinnen. Vielleicht führen die jungen Regisseurinnen ihr Debüt-Stück noch anderen Orten auf.

Das Projekt NEULAND wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen des Programms „LandKULTUR – kulturelle Aktivitäten und Teilhabe in ländlichen Räumen“.