Hilfe für Eltern und Kinder in Corona-Nöten: Familienberatungsstellen jetzt besonders gefragt

24.03.2020

Sie arbeiten im Homeoffice, das kleinere Kind kann nicht in den Kindergarten und das größere soll auch noch beschult werden. Treffen mit den Großeltern oder Freunden dürfen nicht stattfinden, der Sportverein macht Pause und bei vielen liegen die Nerven blank. Dazu kommen oft diverse Sorgen und zum Teil Existenzängste. Eltern und Kinder stehen gerade vor extremen Herausforderungen.

Familienberatung ist deshalb jetzt besonders wichtig. „Gerade in dieser Ausnahmesituation bieten wir Unterstützung und Beratung an“, informiert Psychologin und Traumatherapeutin Christiane Lange, die die Familienberatungsstelle der Diakonie Leipziger Land leitet. Christiane Lange und ihre Kolleginnen bieten Erziehungs- und Schwangerschafts(konflikt)beratung an.

Ihr ganz persönliches Bild von der Lage in den Familien: Viele sind verunsichert und denken fälschlicherweise, dass sie jetzt gar nicht mehr rauskönnen mit den Kindern. „Spazieren gehen mit Familienangehörigen aus dem eigenen Haushalt ist aber ausdrücklich erlaubt und – wenn man die bekannten Hygiene- und Abstandsregeln einhält – auch zu empfehlen“, betont Christiane Lange. Sie rät außerdem zu einer guten Tagesstruktur und weniger Druck bei den Hausaufgaben, in vielen Familien auch unter normalen Bedingungen ein Bereich mit viel Konfliktpotential.

Wer Hilfe braucht oder ein offenes Ohr sucht, für den ist die Familienberatungsstelle auch weiterhin da – aufgrund der aktuellen Situation allerdings derzeit bevorzugt telefonisch oder via E-Mail. In besonderen Krisen ist auch persönliche Beratung nötig, allerdings nur nach vorheriger Abstimmung per Telefon.