Schülerinnen und Schüler als „Tischdiener“: Wurzner Jugendliche luden zum Erntedank-Mahl

02.10.19

Die Besucher am Eingang der Pestalozzischule Wurzen kannten den Weg nicht genau, aber eigentlich brauchten sie nur der Nase nach zu gehen. Durch die Gänge waberten herrliche Düfte nach Zimt, gebackenen Äpfeln, Kaffee und frischem Kuchen. Die Gäste kamen zum Erntedank-Mahl, das jetzt erstmals in der Schule stattfand. Dazu hatten die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Wurzen, die Diakonie Leipziger Land und die Pestalozzi-Oberschule eingeladen. Die Idee dazu kam Kirchenbezirkssozialarbeiterin Silke Polster und Pfarrerin Anna-Maria Busch, als sie nach einer sinnvollen und guten Verwendung für die vielen Erntedankgaben – also zum Beispiel gespendete Äpfel, Mehl, Zucker und Eier – suchten. Warum daraus nicht mit den Schülern und Konfirmanden etwas backen und dann zum gemeinsamen Kaffeetrinken einladen? Diese Idee stieß bei Schulleiter Stefan Rösler auf offene Ohren. „Ich freue mich, dass dieses schöne Projekt bei uns stattfindet“, sagte er. Auch die Schuldnerberatung der Diakonie in Wurzen war schnell mit im Boot, können die Menschen doch hier erleben, wie man mit kleinem Geldbeutel Dinge selbst herstellen und gemeinsam eine gute Zeit haben kann.

Mädchen bäckt Pancakes beim Erntedankmahl

Beachtlich: Die Teenager waren für das Erntedank-Mahl freiwillig am Nachmittag in die Schule gekommen, um anderen etwas Gutes zu tun. Liebevoll hatten sie Tische gedeckt und dekoriert. Sie rührten begeistert Teig an, schnitten Äpfel und kreierten so Pancakes, Apple Crumble sowie Rührkuchen. „Ich backe total gerne“, stellte Mara fest. „Das hat Spaß gemacht“.

Fast unbemerkt sprach Gemeindepädagoge Fabian Hanspach mit ihnen über Helfen und Dankbarkeit. Ebenso nebenbei erlebten sie, was Diakonie ganz praktisch bedeutet. „Das Wort kommt aus dem Griechischen und heißt so viel wie Dienen am Tisch“, erläutert Anna-Maria Busch. Insofern waren die Schüler beim Umsorgen ihrer Gäste ganz im ursprünglichen Sinn sozusagen als Diakone unterwegs. „Wir sind alle reich beschenkt“, so die Pfarrerin. Gemeinsam stimmten die Besucher – darunter etliche Eltern, Interessierte und Menschen mit Behinderung – ein Danklied an und ließen es sich dann bei fröhlichem Geplauder und Gelächter gut schmecken.