Spenden ermöglichten „Balsam für die Seele“: Diakonie organisierte Kurzurlaub für Ukraine-Flüchtlinge

In Zeiten größter Unsicherheit und Sorge konnten sie jetzt ein paar unbeschwerte Momente erleben: Eine Gruppe von Ukrainerinnen und Ukrainern, die derzeit in Kohren-Sahlis und Geithain lebt, verbrachte kürzlich eine Woche im Erzgebirge. Organisiert hatte die Tour Ralf Sämisch, der als Kirchenbezirkssozialarbeiter bei der Diakonie Leipziger Land auch Ansprechpartner für Geflüchtete ist. Wichtiges Sprachrohr an seiner Seite: Marion Franke von der Stadtverwaltung Frohburg, die fließend russisch spricht und mit der er schon länger eine gute Zusammenarbeit pflegt.

Kanus auf einem Fluss

Die Gruppe von insgesamt 30 Frauen, Männern, Kindern und Jugendlichen reiste nach Hohenstein-Ernstthal ins Gästehaus Bethlehemsstift. Auf dem Programm standen Schwungtuchspiele, Wanderungen und Badetage, Sightseeing in Dresden und Zwickau, Kreativprojekte, Kanutouren und anderes mehr. Die schlimmen Ereignisse in der Heimat waren natürlich immer noch präsent. „Über ihre Handys hielten sie ständig mit ihren Angehörigen Kontakt“, erzählt Ralf Sämisch. Als eine junge Frau ihre Eltern, deren Heimatort gerade unter russischem Beschuss stand, eine Zeitlang nicht erreichen konnte, sei sie in größter Sorge gewesen.

Die Woche in der idyllischen Gegend hat ihnen dennoch unendlich gutgetan. Viktor – einer der Teilnehmer – zelebrierte seinen Geburtstag mit Lagerfeuer, Tanz, Gesang und Musik. Noch nie habe er so eine schöne Feier erlebt, meinte er anschließend. Schöne Dinge sehen und erleben, in der Abendsonne auf dem Balkon sitzen oder am gedeckten Frühstückstisch – das war Balsam für ihre Seelen. „Nach jeder Mahlzeit haben sie sich bedankt“, erzählt Ralf Sämisch. Dies habe sich durch alle Tage gezogen, da sei ganz viel zurückgeflossen. Nach dem Ende der Woche floss der Dank weiter. Im Postfach von Ralf Sämisch sind gleich mehrere Mails eingegangen. „Ich wollte mich noch einmal für die großartige Gelegenheit bedanken, eine Woche an einem so malerischen Ort zu verbringen. Wir werden diesen Urlaub für immer in Erinnerung behalten“, hieß es da zum Beispiel.

Möglich wurde die Reise dank Spenden der Golfclubs Machern und Markkleeberg. „Ein herzliches Dankeschön an alle Unterstützerinnen und Unterstützer!“, so Ralf Sämisch.