„Wir tun alles, was möglich ist“: Altenpfleger sind während der Coronavirus-Pandemie besonders gefordert

20.03.2020

Sie können nicht einfach ins Homeoffice gehen. Altenpflegerinnen und -pfleger sind nah an den Menschen dran, müssen sie aber jetzt umso mehr schützen. Denn Senioren sind durch SARS-CoV-2 besonders gefährdet. Keine einfache Situation also in den sieben Altenpflegeheimen und drei Sozialstationen der Diakonie Leipziger Land. An allen Heim-Eingängen hängen Verbotsschilder: für Besucher, für Menschen mit Erkältungssymptomen und für das Händeschütteln. Die Türen sind verschlossen. Einlass gibt es nur ausnahmsweise, zum Beispiel für Ärzte, Pfarrer oder den Hospizdienst.

Pflegedienstleiterin mit Besuchsverbotsschild wegen Corona-Pandemie

„Die strengen Regeln dienen dem Schutz unserer Bewohner und Mitarbeiter“, erläutert Annett Engelmann, Pflegedienstleiterin im Altenpflegeheim „Hedwig Bergsträßer“ Grimma. „Es ist natürlich hart, vor allem auch für die Angehörigen.“ Die meisten hätten aber Verständnis. „Auch vielen Bewohnern fällt es schwer, auf den Spaziergang in die Stadt zu verzichten“, so Annett Engelmann. Die Stimmung im Team sei schon angespannt, aber trotz allem auch besonnen. „Wir tun alles, damit der Alltag für die Bewohner so normal wie möglich ablaufen kann“. Die Kollegen helfen sich gegenseitig, haben Dienstpläne umgestellt und den Einsatz von Betreuungskräften hochgefahren. So können derzeit bis abends Mitarbeiter vor Ort sein, die mit den Bewohnern im Garten spazieren gehen,  vorlesen oder – ganz wichtig – viel reden und erklären, Zuwendung und Sicherheit vermitteln. All das geschieht derzeit eher im kleinen Kreis. Auch das „Hedwig Bergsträßer“ versucht, größere Menschenansammlungen möglichst zu vermeiden. Annett Engelmann appelliert an alle: „Wirklich jeder muss jetzt sozial sein, indem er Abstand hält.“ Das sollte bei allen angekommen sein.

„Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Pflege, die jetzt besonders gefordert sind, Überstunden leisten, rund um die Uhr für alte Menschen da sind und an vorderster Front versuchen, Ansteckungen zu verhindern“, sagt Fachbereichsleiterin Kathrin Beyer. Ihr Motto derzeit: einen kühlen Kopf bewahren und gut kommunizieren.

So viel Normalität wie möglich versucht auch die Sozialstation Pegau-Groitzsch zu leben. Für den Fall der Fälle ist das Team vorbereitet – und in gewissem Sinn geübt für derartige Situationen. „Wir haben immer wieder mit Infektionen oder multiresistenten Keimen zu tun und wissen, wie man damit umgeht“, so Pflegedienstleiterin Eva-Maria Rudolph. Mundschutz und entsprechende Kleidung liege bereit. „Wir tun alles, was uns möglich ist, um die Patienten und uns selbst zu schützen, alles andere haben wir nicht in der Hand“, sagt sie mit einer wohltuenden Portion Gelassenheit. Für sie sei da auch Gottvertrauen mit dabei.