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E-Paper Ausgabe der Leipziger Volkszeitung
Datum: 08.07.2011


Ehemalige Stadttore im Seniorenpflegeheim Borna West Der 91-jährige Heimbewohner Heinz Proßig zeigt den Reichstor-Malern Tom Steinert (Mitte) und Marcel Lässig ein Originalfoto. Foto: W. Riedel

Ehemalige Stadttore im Pflegeheim West



Elftklässler sorgen für die Darstellung historischer Bauwerke



Borna. Im Seniorenpflegeheim in der Bergmannstraße sind jetzt die vier Bornaer Stadttore zu sehen, die die Stadt einstmals in jede Richtung hatte. Dafür haben die Kunsterzieherinnen Cornelia Schröck und Kathrin Heinze mit Elftklässlern des Teichgymnasiums gesorgt. Die Stadttore sind auf allen vier Etagen des Heims unübersehbar. Das Projekt hatten die Pädagoginnen mit Pflegedienstleiterin Yvette Große vom Heimverbund-Seniorenpflegeheim in Borna-West vereinbart.
Die Schüler haben das noch bestehende Reichstor ebenso dargestellt wie die längst nicht mehr vorhandenen Eingänge in die Stadt - das Roßmarsche, Pegauer und das Altenburger Tor. Jetzt ging es an die farbige Gestaltung der Stadttore. "Als Vorlagen dienen uns Kupferstiche, anhand derer wir entsprechend flächenartige Silhouetten zeichneten", sagte Kunsterzieherin Schröck mit Blick auf ihre Schüler Linda Rein und David Gruner, die in ansehnlichen roten und gelben Farben das ehemalige Pegauer Stadttor malten. "Erst sollten die Tore nur in Schwarz-Weiß gemalt werden. Doch wir haben gedacht, dass sich die Heimbewohner eher über farbige Malereien freuen", sagte Kunstmalerin auf Zeit, Jasmin Seeling, die mit ihrer Mitschülerin Linda Naundorf das ehemalige Roßmarsche Tor mit dem Pinsel auf die Etagenwand projizierte.
Am ehemaligen Altenburger Tor führte Elftklässler Robert Ludwig den Pinsel akkurat entlang der Zeichnungslinie, während seine Mitschülerinnen Sarah Sporbert und Anja Kirchner das Tor ausmalten. "Gerade die Geschichte meiner Heimatstadt interessiert mich sehr", so Robert Ludwig. Die Vorarbeiten für die Kunstmalereien der Gymnasiasten hatte Heimhausmeister Lothar Redler besorgt.
Auch Heimbewohner wie der 91-jährige Ur-Bornaer Heinz Proßig standen den jungen Künstlern vom Gymnasium zur Seite. "Mich freut, mit welcher Heimatverbundenheit die jungen Leute ans Werk gehen, und so mit Lust und Liebe dafür sorgen, dass das nicht in Vergessenheit gerät", sagte der Senior, ehe er Tom Steinert und Marcel Lässig das Originalfoto des Reichstors zeigte, an dem beide Gymnasiasten akribisch mit dem Pinsel arbeiteten.
Wolfgang Riedel

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