
Andächtige Feierstunde:
Damit übernimmt die Diakonie vom Landkreis die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle in Grimma.
Foto: Frank Schmidt
E-Paper Ausgabe der Leipziger Volkszeitung
07.12.2011
Lebensqualität der Menschen erhalten
Diakonie Leipziger Land übernimmt Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle
Grimma. Was formell bereits am 1. Oktober vollzogen worden war, fand nun mit einer Andacht, eingebettet in eine kleine Feierstunde, einen würdigen Rahmen. Die Diakonie im Leipziger Land hat die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle in der Karl-Marx-Straße 15 in Grimma vom Landkreis Leipzig übernommen.
Mitnichten dürfe angenommen werden, der Landkreis wolle sich der Verantwortung in der Betreuung von Betroffenen auf galante Weise entziehen. Vielmehr sei es die Diakonie gewesen, die auf den Landkreis zu gegangen war, mit der Bitte, die Trägerschaft übernehmen zu können, ließ Ute Blau wissen. "Weil wir auf diesem Gebiet schon tätig sind und in der Beratungsstelle ein ergänzendes Angebot sehen", begründet die Leiterin der Sozialpsychiatrie bei der Diakonie die getroffene Entscheidung. Fortan wolle man psychisch kranke Menschen bei der Krankheitsbewältigung unterstützen, aber auch bei der Kontakt- und Gemeinschaftsfindung sowie bei der Tagesstrukturierung, umreißt Sylvana Viehweger das Aufgabengebiet.
Die Psychologin wird die Beratungsstelle leiten und versteht sich als "Bindeglied für die betroffenen und Hilfe suchenden Menschen". In enger Zusammenarbeit mit dem psychiatrischen Dienst und Fachärzten sei das Kernziel, die Lebensqualität dieser Menschen zu erhalten und weitgehend ihr Selbstbestimmungsrecht zu wahren. "Dafür setzen wir als Beratungsstelle darauf, besonders Angehörige einzubeziehen", gibt Sylvana Viehweger Einblicke in ihr Beratungs- und Betreuungskonzept. Und das stehe mit der psychosozialen Beratung, dem Kontakt-Café und einer Ergotherapie auf "drei wichtigen Stützpfeilern", sagt die Psychologin. Mit diesem Angebot wolle man aber nicht nur physisch kranke Menschen ansprechen. "Wir stehen auch Menschen zur Verfügung, die eigentlich mitten im Leben stehen, sich aber in einer schwierigen Lebensphase befinden und beruflich oder privat eine Krise durchleben müssen", sagte Sylvana Viehweger. Auch dafür steht das Kontakt-Café täglich von acht bis zwölf Uhr offen. Derzeit treffen sich dort täglich bis zu zehn Menschen.
Frank Schmidt

