E-Paper Ausgabe der Leipziger Volkszeitung
Datum: 20.06.2011
Foto: Monika Alexandrow
Weidenkörbchen macht das Rennen
Machern.
Großer Trubel herrschte am Freitag in der Macherner Kinderkrippe. Die Knirpse saßen erwartungsvoll mit ihren Müttern auf Decken vor einer improvisierten Bühne. Großeltern und Bürgermeister, Gemeinderat und Vertreter der Diakonie Leipziger Land - kurz, eine ganze Menge Leute - waren zur Namensgebung gekommen. Nach dem einjährigen Bestehen sollte die Kindereinrichtung nun endlich einen Namen erhalten.
Bevor der jedoch preisgegeben wurde, improvisierte Pfarrerin Barbara Lötzsch noch die biblische Geschichte vom ausgesetzten Moses und dessen Reise auf dem Nil. Die Leiterin der Einrichtung Isabel Praprotnick erzählte, dass es zwischen Erziehern und Elternrat ein ganz schön langer Prozess zur Namensgebung war. Unter acht Vorschlägen war dann aber "Weidenkörbchen" der Favorit. "Wir haben viel Naturholz im Gelände. Auch die Schlafkörbchen der Kinder sind aus Weide. Zur Feier des Tages haben die Erzieher zur Dekoration Weidenkörbe selbst geflochten und bepflanzt", erzählt die Chefin.
Harald Bieling, Geschäftsführer der Diakonie Leipziger Land unterstützte den Vorschlag gern, da mit einem Namen die Einrichtung den Machernern ein Begriff im Ort wird. "Körbchen ist ein Begriff für Geborgenheit und die Kinder fühlen sich wohl hier", ergänzt Praprotnik. Im Augenblick sind 33 Kinder in der Einrichtung. Ab August wird sie mit 36 Knirpsen ausgelastet sein. Dann wird die kleine Larissa bereits in den Kindergarten gewechselt sein. Am Freitag aber hatte sie ein fürsorgliches Auge auf die zehnmonatige Jasmin. Die hat es sich nämlich ausgerechnet in dem Weidenkörbchen gemütlich gemacht, in dem zuvor Moses auf dem Nil reiste. Das Behältnis scheint seine Vorzüge zu haben. Die junge Dame mochte jedenfalls gar nicht mehr heraus kommen. Monika Alexandrow
Symbolisch für den Krippen-Namen: Ein Weidenkörbchen samt Inhalt.