E-Paper Ausgabe der Leipziger Volkszeitung
03.01.2011
Diakonie übernimmt Volkshochschule
Trägerwechsel nach über 15 Jahren / Haus soll unter anderem besser ausgelastet werden
Kohren-Sahlis. Die Evangelische Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis hat seit gestern einen neuen Träger - die Diakonie Leipziger Land. Das Evangelische Zentrum Ländlicher Raum, ein Verein, der über 15 Jahre für die Geschicke des Hauses verantwortlich zeichnete, vereinbarte den Trägerwechsel mit der Evangelischen gemeinnützigen Gesellschaft für Bildungs- und Sozialprojekte mbH (EBS), einer Gliederung des Diakonischen Werkes im Kirchenbezirk Leipziger Land.
Von Thomas Lang
Martina Huhn, die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Zentrums Ländlicher Raum, sieht im Trägerwechsel keine Nachteile: "Das praktische Geschehen in der Heimvolkshochschule wird wie bisher weitergehen. Alle zwölf Beschäftigten bleiben, und Friedemann Affolderbach leitet weiterhin die Einrichtung", informierte sie. Das Jahresprogramm für Bildung, Begegnung und Besinnung 2012 werde ohne Abstriche umgesetzt, vielleicht sogar erweitert. Und der Gebäudekomplex gehöre weiter der Kirchgemeinde, erklärte Huhn.
Der Trägerwechsel erhöhe vielmehr die Möglichkeiten, das Haus künftig zu jeder Zeit im Jahr voll auszulasten, ist Martina Huhn überzeugt. "Wir haben Tage und Wochen, in denen unsere 96 Betten nicht reichen, aber auch Zeiten mit freien Übernachtungskapazitäten", beschreibt sie die Situation. Zudem sei die betriebliche Größenordnung, die das Objekt inzwischen erreicht habe, ehrenamtlich kaum mehr zu führen. "Manchmal habe ich schon gar nicht mehr gut geschlafen angesichts der Fülle der Dinge, die da auf einen - neben der Arbeit als Rechtsanwältin - zukamen und manchmal schnell entschieden werden mussten", gesteht Huhn offen.
Das soll mit dem Trägerwechsel anders werden. Harald Bieling, Geschäftsführer der Diakonie Leipziger Land und auch der EBS, ist diesbezüglich sehr optimistisch. "In unserer Arbeit nimmt die Fortbildung der Diakonie-Mitarbeiter einen breiten Raum ein. Nunmehr haben wir für Kurse und Lehrgänge wunderschöne Räumlichkeiten und Bedingungen. Und da die Weiterbildungen nicht an bestimmte Jahreszeiten gebunden sind, können wir das Haus auch in der sogenannten Saure-Gurken-Zeit besser auslasten", bekräftigt er. Seit anderthalb Jahren sei die Diakonie im Gespräch mit dem bisherigen Träger gewesen. Dessen Vorstand bat den Interessenten um ein Konzept, das erarbeitet und für gut befunden wurde, erklärt Bieling weiter. Auch habe der bisher verantwortliche Verein laut Vereinbarung durchaus noch ein Mitspracherecht zum Geschehen in der Heimvolkshochschule.
Deren Leiter Friedemann Affolderbach begreift den Trägerwechsel ebenfalls als Chance, die jetzigen Arbeitsbereiche nicht nur zu erhalten, sondern ausbauen zu können. "Wir haben uns schon verständigt, das Profil in drei Richtungen zu schärfen", informiert er. Das seien Umweltfragen, Probleme und Sachverhalte der ländlichen Entwicklung und nun natürlich auch der diakonischen Arbeit. "Ich denke, damit steht die Zukunft des Hauses auf noch solideren Füßen", sieht Affolderbach erwartungsvoll auf das neue Jahr.