
Foto: Roger Dietze
E-Paper Ausgabe der Leipziger Volkszeitung
15.09.2011
In der Küche "Damen-Wahl" in gelb und flieder
Im Jugendhaus Come In finden Renovierungs- und Umgestaltungsmaßnahmen einen vorläufigen Abschluss / Personalsorgen drücken
Grimma. 15 Kubikmeter Sperrmüll. - Das war die "Ausbeute" des vorjährigen Frühjahrsputzes im Grimmaer Diakonie-Jugendhaus Come In. Die Aktion stellte den Auftakt umfangreicher Renovierungs- und Umgestaltungsarbeiten in dem Gebäude am Nicolaiplatz dar, die in diesen Tagen zu einem vorläufigen Abschluss gebracht worden sind.
Untrennbar verbunden sind sie mit dem Namen von Matthias Buchold, der seit März des Vorjahres die Geschicke des Hauses lenkt. "Die Diakonie als Träger hat ein großes Interesse an einem guten Zustand ihrer Gebäude, weshalb sie uns entsprechend unterstützt hat", so der Wahl-Borsdorfer. Mit "uns" sind dabei nicht nur jene Mitarbeiter gemeint, die bis Ende April dieses Jahres die Einrichtung tatkräftig auf der Basis von Kommunal-Kombi unterstützten, sondern auch ein gutes halbes Dutzend Jugendlicher, die kräftig Hand bei der Renovierung anlegten.
Nachdem im Vorjahr das Treppenhaus sowie Teile der ersten Etage gemalert und mit einem neuen PVC-Fußboden versehen und ein Sport- sowie ein weiterer Bandraum eingerichtet worden waren, schlossen sich in diesem Frühjahr Malerarbeiten im Erdgeschoss an. "Hier sind wir einmal mehr von den Jugendlichen unterstützt worden, die bis zu zwölf Stunden am Stück durchgezogen haben, damit wir die Arbeiten in einer Woche schaffen", so der Pädagoge. Entsprechend freundlich präsentieren sich die Küche und das Tischtenniszimmer, welcher Eindruck durch die Auswahl frischer und, insbesondere in der Küche, ungewöhnlicher Farben verstärkt wird. "Die Küche spiegelt den Geschmack unserer weiblichen Besucherinnen wieder, die sich für die Kombination aus gelb und flieder entschieden haben", erläutert Buchold die Hintergründe für die ungewöhnliche Farbgebung, die auch auf die neue Theke in der Küche übertragen worden ist.
Investitionen flossen zudem in diesem Jahr in eine neue Deckenbeleuchtung im Tischtennisraum, die das Spiel mit dem Zelluloidbällchen in der dunklen Jahreszeit erleichtern soll, sowie einen neuen größeren Briefkasten, "damit", so der Come In-Leiter, "die Jugendlichen die LVZ endlich dauerhaft in einem trockenem Zustand lesen können". Mit einer Neugestaltung des Grillplatzes samt Aufräumaktion im Hof sowie einer Generalüberholung der Kletterwand fand der diesjährige "Frühjahrsputz" schließlich seinen Abschluss. "Zwar müssen wir nicht zuletzt der zahlreichen Schmierereien wegen zeitnah zumindest den unteren Teil der Hausfassade streichen, aber für den Moment bin ich erst einmal zufrieden, dass wir die Innenrenovierung so weit zu einem Abschluss bringen konnten", so Buchold. Zumal die aktuelle Personaldecke Arbeiten dieser Art kaum zulasse. "Im vorigen Jahr standen mir neben zwei Kommunalkombi-Mitarbeitern noch zwei Ein-Euro-Jobber sowie zwei ehrenamtliche Helfer zur Verfügung, derzeit geht mir nur noch Ilona Sturm von der mobilen Jugendarbeit zur Hand, die das Café an zehn Stunden in der Woche betreut." Dies habe zur Folge, dass Jugendliche seit diesem Frühjahr wesentlich öfter als in den Jahren zuvor vor verschlossener Tür stehen würden. "Der Vorteil der über Kommunalkombi beschäftigten Mitarbeiter war neben ihrem langfristigen Einsatz über drei Jahre hinweg der, dass sie eigenverantwortlich die Türen des Hauses offen halten konnten, was wiederum Ein-Euro-Jobbern nicht möglich ist." Roger Dietze