E-Paper Ausgabe der Leipziger Volkszeitung
Datum: 26.05.2011

Feierstunde: Im Atrium des Hauses wurde die Festwoche mit einer Andacht begonnen und anschließend gemütlich gefeiert.
Foto: René Beuckert
Colditzer Altenpflegeheim feiert Geburtstag
Vor 15 Jahren zog die Einrichtung vom Schloss in den Neubau am Wettiner Ring
Colditz (bpa). Vor 15 Jahren, am 15. Mai 1996, zogen die ersten Heimbewohner vom Colditzer Schloss in das neu erbaute Altenpflegeheim "Wenceslaus Linck" am Wettiner Ring ein. Aus diesem Anlass fand am Dienstagabend im Beisein der Heimbewohner, der ehemaligen Mitarbeiter sowie geladener Gäste im Atrium des Hauses eine kleine Feierstunde statt. Dazu spielte der Großbardauer Posaunenchor, und Superintendent Weismann aus Borna hielt die Andacht.
"Der Umzug vom Schloss stellte damals für die Mitarbeiter des Hauses, die den Umzug bewältigt haben, eine logistische Meisterleistung dar", erinnerte in ihrer Rede die Leiterin des Heimes, Christina Schindler. Hannelore Linke gehörte dazu. Sie war im Schloss als Ober- und Abteilungsschwester tätig. Den Bau des neuen Heimes hielt sie im Foto fest. "Damals wohnte ich in der Nähe und konnte aus dem Fenster den Bauablauf fotografieren", erzählte sie und lobte die sehr viel besseren Bedingungen im neuen Heim: "Waren seinerzeit die Heimbewohner noch in Fünf- und Sechsbettzimmern untergebracht, so hat heute jeder sein eigenes Zimmer." Auch wenn sie seit vielen Jahren nicht mehr im Pflegeheim arbeitet und ihr Rentnerdasein genießt, ist sie dem Heim verbunden geblieben.
Im Haus arbeiten aktuell 39 Mitarbeiter als Pflegepersonal, darunter drei Auszubildende. "Während es noch vor Jahren viele Ein-Euro-Jobber mit 30 bis 35 Wochenstunden gab, die mindestens ein Jahr bei uns waren, können wir uns jetzt immerhin glücklich schätzen, für ein halbes Jahr wenigstens vier solche Mitarbeiter für 20 Wochenstunden zu bekommen", betonte Heimleiterin Christina Schindler. Auch hob sie hervor, dass im Heim wieder selbst gekocht wird, was besonders bei den Bewohnern guten Anklang finde.
Kathrin Mulde ist eine der Pflegekräfte, die sich um die Heimbewohner kümmern. "Es ist zwar eine schwere Arbeit, doch wenn das Zusammenspiel mit den Kollegen und der Heimleitung stimmt, wie es hier der Fall ist, bereitet mir die Arbeit Freude." Der schönste Lohn für ihr tägliches Mühen seien die strahlenden Augen der Heimbewohner.
Anlässlich des 15. Heimgeburtstages finden in dieser Woche im Übrigen noch weitere Veranstaltungen statt. So gibt es am Freitagnachmittag ein Konzert für die Heimbewohner, ihre Angehörigen und das Personal. Und am Sonntag gestaltet der Posaunenchor Großbardau einen Bläsergottesdienst, bei dem erstmalig alle Bläser zusammen im Altenpflegeheim auftreten.